TRICKREICHER PARKOUR UND BESONDERE GLASCOURTS

18 Löcher. Jedes davon eine Herausforderung. Österreichs Discgolf-Duo Raphaela Narath und Stanislaus Amann durfte am Mittwoch erstmals auf den Kurs im „Guixi-Park“, auf dem die Bewerbe bei den World Games Chengdu 2025 (7. bis 17. August) ausgetragen werden – und zog wichtige Schlüsse. Auch für das Squash-Duo Jacqueline Peychär und Daniel Lutz geht es in China auf ungewohntem Terrain zur Sache.

Die Discgolfer:innen haben bei den World Games wohl die kürzeste Anreise vom Athlet:innen-Dorf zur Wettkampfstätte. Der Guixi-Park liegt auf der anderen Straßenseite des „Athlete Village B“, ist 93 Hektar groß und wird auch Chengdus „Central Park“ genannt.

Für die World Games 2025 wurde ebendort ein Discgolf-Kurs errichtet. „Es ist ein unkonventioneller Parkour, mit vielen Büschen und Bäumen, wo man wissen muss, welche Lines man wählt. Es ist interessant, es wird wild hin und her gehen. Fast jede Bahn hat das Potenzial für große Streuung“, sagte Amann nach der ersten Trainingseinheit.

Besondere Bahnen

Zwei Bahnen stechen besonders hervor: Auf Bahn 16 muss durch ein ringförmiges Monument geworfen werden, auf Bahn 18 muss das Frisbee über den See. Narath ergänzte: „Es ist alles gut vorbereitet, es gibt genügend Wasser und helfende Hände, die Venue ist sehr professionell hergerichtet. Der Kurs ist schwieriger, als erwartet.“

Die beiden bilden Österreichs Duo im „Mixed Team Matchplay“-Format. Dabei werfen Frau und Mann jeweils abwechselnd die Scheibe, jede:r muss neun Löcher „driven“, also starten. Welche, entscheiden die Teams selbst. Gespielt wird auf 18 Löcher, das Team mit weniger Versuchen an einem Loch erhält einen Punkt. 10 Löcher müssen gewonnen werden, bei 9:9 wird ein entscheidendes Loch gespielt.

Besonderer Modus

„Es ist wichtig, eine gute Abstimmung zu finden. Ich habe nach den Trainings erste Ideen im Kopf, wir werden das noch besprechen und am Donnerstag spezifisch trainieren“, freut sich der Steirer Amann auf den gemeinsamen Aufritt mit seiner steirischen Teamkollegin. Narath: „Jede Bahn zählt, normalerweise spielen wir das nicht so. Das macht es offener, weil man eine Bahn verhauen kann und bei der darauffolgenden die nächste Chance hat.“

Die „Abkühlung“ von mehr als 40 auf knapp unter 40 Grad Celsius machte sich beim ersten Training noch nicht bemerkbar. Die Discgolfer sind der Hitze gnadenlos ausgesetzt. Amann zeigte sich optimistisch. „Es ist intensiv. Temperaturtechnisch ist es eine absolute Challenge, das hat man bei allen mitbekommen. Alle sind gefordert und kämpfen sich durch, man muss gute Mittel und Methoden finden, dann wird es gut funktionieren.“

Nach einem weiteren Trainingstag am Donnerstag steigt am Freitag (8. August) die Vorrunde. Österreich bekommt es mit China, Großbritannien und Estland zu tun und gilt als Außenseiter. Narath: „Wir haben es uns insgesamt etwas einfacher vorgestellt, aber das Training stimmt uns positiv.“

Besondere Courts

Am Freitag starten auch die Squash-Bewerbe mit Jacqueline Peychär und Daniel Lutz. Sie griffen am Mittwoch im Hi-Tech Zone Sports Centre erstmals zum Schläger. Die Venue ist ebenfalls speziell, nicht nur wegen der größe der Halle, sondern aufgrund der Courts. Gespielt wird auf vier Glascourts, das Nonplusultra im Squash und im Normalfall selbst bei großen Turnieren nur als Center Court im Einsatz.

„Vier Glascourts in einem Center ist sensationell, das kenne ich so nicht. An die Courts muss man sich erst einmal gewöhnen“, sagte der Salzburger Youngster Lutz, der dank einer Wildcard am Start ist, nach dem gemeinsamen Training. „Es ist ungewohnt, deswegen sind die Trainingseinheiten umso wichtiger. Wie springen die Bälle, wie musst du dich bewegen – im Match kannst du dich darauf nicht mehr einstellen.“

Zum Vergleich: In Österreich gibt es einen einzige fixen Glascourt in Graz und einen weiteren mobilen. Peychär hat in ihrer Karriere zwar bereits mehrere größere Turniere bestritten, hat so eine Wettkampfstätte aber ebenfalls noch nie gesehen. „Die Venue ist super, die Glascourts sind außergewöhnlich. Es ist cool, dass der Sport so präsentiert wird. Es ist zwar gut klimatisiert, aber dennoch warm. Der Ball springt viel, dadurch werden die Rallyes lang. Da muss die Beinarbeit stimmen.“

Die Niederösterreicherin legte nach dem offiziellen Trainingsende noch ein paar Extraschichten mit Coach Heribert Monschein ein. „Da ist vielleicht die Perfektionistin in mir rausgekommen, weil ich nicht gleich das Gefühl aufbauen konnte. Nach dem Extra-Bällen hat es gepasst.“

Am Freitag bekommt es Lutz zum Auftakt mit dem Australier Joseph White zu tun und ist Außenseiter. „Vor vier Jahren habe ich ihn in Freilassing gesehen, als er in Österreich Bundesliga gespielt hat. Seither hat er sich weiterentwickelt, einige aktuelle Videos habe ich bereits analysiert. Ich will gut vorbereitet in die Partie gehen.“

Peychär kennt ihre Auftaktgegnerin, die Ungarin Hannah Chukwu, ebenfalls. „Ich habe vor ein paar Jahren gegen sie gespielt. Sie ist derzeit in den USA am College, hat ein gutes Ballgefühl und ist schwer zu lesen. Der Fokus muss zu hundert Prozent da sein. Ich muss sauber spielen und meine Chancen zur Attacke nutzen.“

© Sport Austria/Michael Meindl

Sport Austria 2025 – TWG 2025: Florian Lingenhel, Stanislaus Amann, Raphaela Narath, Julia Hauch, 06.08.2025 Chengdu, Austria. (Photo: Michael Meindl)

Nationalkader, ÖDGV, World Games

Sponsoren

Copyright © 2022: Disc Golf Austria | Website: Onlineschmiede